Kühlkappen als Schutz gegen Haarverlust bei einer Chemotherapie

Viele Brustkrebspatientinnen, die eine Chemotherapie durchmachen, haben nicht nur starke körperliche Beschwerden. Gerade der Verlust der Haare ist eine besonders gefürchtete und belastende Nebenwirkung. Durch die sogenannte Alopezie wird die Krebserkrankung nach außen sichtbar. Dieses stigmatisiert und beeinträchtigt die Lebensqualität noch mehr. Hier wollen wir den Betroffenen durch den Einsatz von sogenannten „Kühlkappen“ helfen.

Wie funktioniert das Kühlkappen-System?

Bei der Kühlbehandlung der Kopfhaut während der Gabe von Zytostatika trägt die Patientin eine Silikonkappe, durch die Kühlmittel zirkuliert und die Kopfhaut auf 3–5 Grad Celsius herunterkühlt. Durch die eng gestellten Blutgefäße werden die Haarwurzeln weniger intensiv mit den Chemotherapeutika belastet. In vielen Fällen kann so der komplette Haarverlust vermieden werden.

Für wen ist die Kopfhautkühlung geeignet?

Auch wenn der Haarverlust nicht immer vollständig vermieden werden kann: Durch verschiedene Studien ist bestätigt, dass die Kühlbehandlung der Kopfhaut den chemotherapie-bedingten Haarausfall erheblich verringern kann. Dies gilt für Brustkrebspatientinnen, die mit einer vorbeugenden oder mit einer die Lebensdauer verlängernden Chemotherapie behandelt werden.

Was konnten wir bisher erreichen?

Eine Chemotherapie mit 16 Sitzungen erstreckt sich über ein halbes Jahr. Zeitgleich können bei drei Kühlkappen-Geräten mit sechs Behandlungsplätzen bei ca. 1200 Zyklen Chemotherapie jährlich 75–80 betroffene Frauen behandelt werden. In der Vergangenheit haben durchschnittlich 75 Betroffene pro Jahr von diesem Angebot Gebrauch gemacht. 67 % beendeten die Therapie erfolgreich, 13 % brachen aus unterschiedlichen Gründen vorzeitig ab, 20 % befanden sich noch in Therapie.

Wer betreut die Patientin?

Neben dem Team aus Ärzt*innen und Schwestern werden die Patientinnen bei Einsatz von Kühlkappen-Geräten zusätzlich von speziell geschultem Personal begleitet. Damit haben sie eine direkte Ansprechpartnerin, werden persönlich betreut, und die kontinuierliche Überwachung der Funktion der Geräte ist in erfahrenen Händen.

Wer trägt die Kosten für die Behandlung?

Die Krankenkassen übernehmen derzeit für gesetzlich versicherte Patientinnen weder die Kosten für die Kopfhautkühlung noch die Kosten für eine Hand- und Fußkühlung. In den Fällen, in denen die Behandlungskosten nicht durch die Krankenkasse getragen werden, erhebt das MVZ Mammazentrum Hamburg lediglich eine Nutzungspauschale zur teilweisen Abdeckung der durch die Behandlung entstehenden direkten Kosten (wie etwa Personal- und Materialkosten.)

Um möglichst vielen Patientinnen, die sich einer Chemotherapie unterziehen müssen, Kühlbehandlungen zu ermöglichen, plant die Stiftung Mammazentrum Hamburg die Anschaffung weiterer Kühlgeräte.

Eine häufige Nebenwirkung der Chemotherapie bei Gabe taxanhaltiger Medikamente sind die induzierte Polyneuropathie (CIPN) und das Hand- und Fußsyndrom (HFS). Diese schmerzhaften Nervenschädigungen schränken die Lebensqualität befristet, manchmal aber auch dauerhaft massiv ein.

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Stichwort: Kühlung
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